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Die Arktis ist die Heimat der einzigartigsten Tierarten und Landschaften der Welt. Bei Minusgraden und unvorhersehbarem Wetter ist es auch eine der anspruchsvollsten Umgebungen zum fotografieren. Besonders bei Tierfotografie hängt ein gutes Foto von mehreren Faktoren ab. Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit der richtigen Kameraeinstellung sein.

Von allen Orten am Polarkreis findet man auf Spitzbergen die unterschiedlichsten Tierarten. Dazu gehören Polarfüchse, verschiedene Seevögel, Walrosse, Rentiere, sowie Meeressäugetiere (z.B. Wale). Und nicht zu vergessen: der König der Arktis – den Eisbär. Aber wo findest du alle diese Tiere? Wie kannst du sie am Besten fotografieren? Und worauf musst du achten? Während meiner Expedition mit Better Moments habe ich viele hilfreiche Tipps mitgenommen. Wenn du auch lernen möchtest, wie du die einzigartigen Tiere der Arktis am Besten einfängst, pack dich gut ein und lies weiter.


1. Bereite dich auf alles vor

Zum Fotografieren von arktischen Tieren ist die richtige Kameraausrüstung ein Muss. Da wilde Tiere ständig in Bewegung sind, hast du oft nur etwa drei bis fünf Sekunden um ein Foto zu schießen. Deshalb ist es wichtig, das richtige Objektiv und genügend Akkus zur Hand zu haben.

Ein weiterer Punkt, den du beachten musst ist, dass du die Tiere oft nur aus der Ferne sehen wirst. Deswegen gehört ein Objektiv mit einer Mindestbrennweite von 500mm unbedingt in die Kameratasche. Natürlich sind solche Objektive meistens sehr teuer. Ich habe dieses Problem so gelöst, indem ich mein FUJINON 100mm-400mm f/4,5-5,6 mit einem 2x Telekonverter kombiniert habe. Damit kam ich auf die erwähnte Mindestbrennweite. Bei der Einstellung der Verschlusszeit kannst du dich nach der “Brennweite vs. Verschlusszeitregel” orientieren. Das bedeutet, dass du eine Verschlusszeit verwendest, die mindestens so schnell wie 1 geteilt durch die Brennweite ist. Wenn du also mit einem 500mm Objektiv fotografierst, sollte deine Verschlusszeit mindestens 1/500 Sekunden betragen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass es in der Arktis keine Kamerageschäfte oder Reparaturshops gibt (wer hätte das nur gedacht?). Das heißt: wenn deine Ausrüstung kaputt geht oder du deine Akkus vergisst, ist der nächstgelegene Kamerafachhandel in Tromso oder Oslo. Und wenn du denkst, du kannst dich auf Amazon Prime verlassen – dann tut es mir leid mein Freund, aber du hast Pech gehabt. Der Versand nach Spitzbergen ist ziemlich kompliziert und die Lieferung der Pakete dauert oft mindestens eine Woche. Deshalb ist es äußerst wichtig, deine Tasche vor der Reise mehrmals zu prüfen und eine Ersatzkamera mitzubringen. Wenn du lernen möchtest, wie du deine Reiseausrüstung am Besten auswählst, wird dich mein Reiseleiter Packliste Fotoreise: Was gehört in den Kamerarucksack? auf den richtigen Weg bringen.

2. Befolge die Regeln und Vorschriften

Wie du bestimmt vermutet hast, ist die Arktis ein abgelegener Ort mit wenigen Siedlungen und Straßen. Allein in und um Longyearbyen besteht ein Straßensystem von maximal 40 Kilometern. Darum lohnt es sich nicht ein Auto zu leihen, da man mit diesem sowieso kein Ziel erreichen kann. Im Winter und im Frühjahr ist die Fortbewegung mit einem Schneemobil die beste Option. Allerdings darfst du die Ortschaft aufgrund von gefährlichen Tieren (Hallo, Herr Eisbär!) nur mit einem Gewehr verlassen. Wenn du also planst, dich ohne Reiseleiter in Spitzbergen außerhalb der Stadt fortzubewegen, musst du frühzeitig eine Waffengenehmigung beantragen und die Grundlagen des Waffeneinsatzes lernen.

Weiterhin sind aufgrund des Klimawandels viele Tierarten in der Arktis bedroht. Deshalb ist beim fotografieren von Tieren sehr wichtig, unbemerkt und ruhig zu bleiben. Es ist strengstens verboten, die Tiere zu füttern, sie zu provozieren oder eine Drohne in ihrer Nähe (oder im Umkreis von 5 Kilometern vom Flughafen) zu fliegen. Und denke daran: die Verwendung einer Waffe bei einem Tier ist der absolute letzte Ausweg, wenn dein Leben in Gefahr ist und du keine andere Wahl hast.

Schließlich gilt auch das Motto: hinterlasse die Natur so wie du sie vorgefunden hast. Dadurch bleibt der Lebensraum der arktischen Tiere sauber und auch die Tiere selbst kommen nicht in Kontakt mit Gegenständen, die sie vielleicht für Nahrung halten (z.B. Kunststoff).

3. Sei an der richtigen Stelle

Da wir jetzt alle Grundlagen abgedeckt haben, kommen wir nun zum spannenden Teil: wie du Tiere in der Arktis am Besten findest. Obwohl man nie genau wissen kann, wo sich ein Tier aufhalten wird, gibt es einige Richtlinien für verschiedene Tierarten.

Rentiere

Rentiere sind oft in und um Longyearbyen zu sehen. Die meisten sind an Menschen gewöhnt und sehen diese nicht als Gefahr. Der beste Ort, um Rentiere zu finden ist dort wo sie grasen können. Dies ist meistens auf Bergen rund um der Stadt oder am Rande von Longyearbyen.

Walrosse

Walrosse leben in ruhigen Gewässern und verbringen viel Zeit auf dem Meereis, wo sie nach Nahrung suchen. Auf Spitzbergen gibt es bestimmte Orte, die mit dem Boot gut erreichbar sind und die praktisch garantieren, dass du eine Walrosskolonie sehen wirst. Insbesondere bietet der Reiseveranstalter Better Moments Bootstouren zur Küste von Poolepynten auf der Insel Karls Forland an. Dort kannst du regelmäßig Walrosskolonien am Strand sichten.

Polarfüchse

Diese Fellbündel suchen oft in der Nähe von verlassenen Hütten nach Nahrung. Das bedeutet, dass du sie oft am Ortsrand von Longyearbyen finden kannst, wo es etwas ruhiger ist. Ein weiterer Ort, wo Polarfüchse bisher gesichtet wurden, ist die verlassene russische Kohlebergbau-Siedlung Pyramiden. Die Geisterstadt bietet den Füchsen Schutz, um zu jagen und sich zu verstecken.

Eisbären

Unter allen Wildtieren ist der König der Arktis am schwersten zu finden, da nur etwa 1.000 Eisbären auf Spitzbergen leben. Mit etwas Glück kannst du einen beim Jagen auf dem Meereis entdecken. Eine Küste mit Meereis erreichst du am Besten entweder mit dem Boot oder einem Schneemobil. Ich, zum Beispiel, begab mich während meiner Reise auf eine Schneemobiltour mit Better Moments durch Adventdalen, um die östliche Gletscherküste zu erreichen. Obwohl ich den Eisbären nur aus der Ferne gesehen habe, ist dies trotzdem einer der häufigsten Sichtungspunkte. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass es verboten ist, diese Region ohne einen Einheimischen zu betreten.

4. Finde einen lokalen Reiseleiter

Lokales Wissen ist unersetzbar, wenn man an einen Ort wie Spitzbergen reist. Wieso? Wie eine Einheimische so schön gesagt hat: “Die meisten Menschen wissen heutzutage gar nicht mehr, wie man in der Wildnis überlebt.” Ein weiterer Grund, um einen Reiseleiter zu finden ist, dass du einige Orte außerhalb von Longyearbyen nur in Begleitung eines Einheimischen betreten darfst. Deswegen ist die Zusammenarbeit mit jemandem, der sich in der Arktis gut auskennt, meistens die beste Idee. Allerdings musst du beachten, dass du einen relativ guten Englischwortschatz besitzen musst, um dich mit den Einheimischen (den sogenannten “Locals”) gut austauschen zu können.

Während meiner Fotoreise nach Spitzbergen hatte ich das Vergnügen, mit dem Touranbieter Better Moments zusammenzuarbeiten. Die Guides, denen ich auf verschiedenen Touren begenet bin, waren alle sehr erfahren, sachkundig und professionell. Was mir auch besonders gut gefallen hat, ist dass Better Moments die Gruppen während ihrer Touren klein hält. Dadurch hat man ein viel persönlicheres und gemütlicheres Erlebnis. Des Weiterem können die Guides durch die kleinen Gruppen besser auf die Bedürfnisse der einzelnen Gruppenmitglieder eingehen.

Letztendlich ist das Fotografieren von arktischen Tieren eine ziemlich große Herausforderung. Allerdings ist es auch wunderschön, sie in freier Wildbahn zu beobachten. Ein guter Guide hilft dir dabei, Fotomotive leichter zu finden und bessere Fotos zu machen. Der zusätzliche Bonus? Das Kennenlernen von vielen freundlichen und lustigen Einheimischen während deiner Reise.


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